Naturstudien und Rodin's BAISER, oder das Flugloch der Bienen

Naturstudien sind das A und O bei allen Darstellungen des Lebens. Die Hand, welche Paolo, Francesca um die Hüfte legt will gekonnt sein. Ohnehin ist an den Händen meistens die Qualität des Künstlers zu erkennen. Der Aufbau der menschlichen Hand ist so komplex, dass es viel Übung braucht sie überzeugend darzustellen. Hinzu kommt die Bedeutung, die man ihr sprichwörtlich in die Hand legen will. Im Tonmodell von Rodin zum Kuss, berührt Paolo kaum Francesca. Auch hier wieder ein Indiz für die zufällige und ungewollte Begegnung der beiden. Auch für die Unverbindlichkeit, welche um das 19. Jahrhundert den Betrachter berührte. Anders heute und in Holz; die Hand muss fixiert bleiben, sonst würde sie abbrechen und wie steht es heute mit der Unverbindlichkeit? In unserer Zeit, da die Tradionen wieder gepflegt werden. Ist heute nicht die Verbindlichkeit höher im Kurs? 
Die Hand ist im Holz gut drin. Sie soll locker auf Francescas Hüfte liegen und nicht viel von ihr verdecken. Außerdem bildit sie später das Dach zum Flugloch der Bienen. 
Den Feinschliff werden dann die Schnitzeisen geben.
Die Hand von Paolo, Detail 'la Baiser' von Rodin für Bienen
Die Hand von Paolo, Detail 'la Baiser' von Rodin für Bienen
Hand von Paolo, 'la Baiser', Flugloch der Bienen
Hand von Paolo, 'la Baiser', Flugloch der Bienen